Schon um ca. 4.00 Uhr morgens fahren Sie zu den Geysiren von El Tatio in
4.290 m Höhe nahe der bolivianischen Grenze (ca. 95 km Schotterweg). Da
der Weg holprig ist, wird diese Strecke in der Regel in Kleinbussen
gefahren. Sollten Sie aus gesundheitlichen Gründen die Höhe nicht
vertragen, so besteht die Möglichkeit, den Ausflug zu den Geysiren
auszulassen und stattdessen gegen Aufpreis direkt von San Pedro nach Calama zu
fahren. Die Temperaturen liegen unter dem Gefrierpunkt, so daß die
Mitnahme eines gefütterten Anoraks (Jacke) erforderlich ist. Bei
Sonnenaufgang erleben Sie ein einzigartiges Naturschauspiel von ca. 70
Geysiren, die in Abständen von wenigen Minuten schwefelhaltige Dämpfe
und Wasserfontänen ausstoßen. Die metallblaue Luft, die weißgelben
Schwefeldämpfe, die Wasserfontänen und die bunten Mineralablagerungen
von zahlreichen heißen Quellen hinterlassen unvergessliche Eindrücke und
sind der Höhepunkt eines jeden Besuches der Atacama-Wüste.
Kurioserweise sind die Geysire im Licht der aufgehenden Sonne nicht nur
am schönsten, sondern auch am höchsten. Aus einem Grund, den nur die
Erde selbst kennt, läßt die Kraft der Geysire spürbar nach, sobald die
Sonne steigt. Interessant ist auch, etwas abseits der Geysire die
riesigen Felsbrocken aufzusuchen, wo Vizcachas (Hasenmäuse) beobachtet
werden können. Diese possierlichen Tiere ähneln mit dem langen buschigen
Eichhörnchenschwanz, dem schwarzen Schnurrbart und den mäuseartigen
Sprüngen einem „bayrischen Wolpertinger". Danach fahren Sie über Berg
und Tal mit abwechslungsreichen, farbigen Erd- und Steinschichtungen zum
fruchtbaren Tal von Caspana (2.900 m) mit terrassierten Feldern
und einem kleinen Dorf aus Tuffstein-Häusern und Lehmdächern aus
präkolonialer Zeit. Flußaufwärts liegt Pueblo Nuevo (=Neues Dorf) mit weiteren terrassierten Feldern und auf der anderen Flußseite in eine steile Klippe das Pueblo Viejo (=Altes Dorf). Dann fahren Sie zu dem verträumten Ort Chiu Chiu, von den Spaniern am Zusammenfluß der Flüsse Salado und Loa gegründet, einem Platz, der vom größten Indianerstamm der Wüste bewohnt
wurde. Hier befindet sich auch der fruchtbarste Boden. Besonders
beachtenswert ist die schöne Kirche San Francisco (erbaut 1675; Innendecke und Chorgestühl aus Kakteenholz, Lehm und Stroh). Dann besuchen Sie Lasana,
eine Festung aus dem 12. Jh., das besterhaltene Relikt der
Atacama-Kultur, das auf einer Klippe mit Verteidigungsmauern liegt. Hier
wohnte die indianische Adelsschicht von ca. 800 Häuptlingsfamilien.
Anschließend Weiterfahrt nach Calama und Transfer zum Flughafen. Ende eines schönen und erlebnisreichen Bausteinprogramms.