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Kolumbien - Land der Kontraste

Lage

Kolumbien liegt im Nordwesten Südamerikas zwischen der Karibik und dem Pazifik. Das Land grenzt im Nordwesten an Panama, im Nordosten an Venezuela, im Osten an Brasilien, im Süden und Südwesten an Peru und Ecuador. Als viertgrößtes Land Südamerikas hat es Zugang sowohl zur Karibikküste, als auch zum Pazifischen Ozean. Die Anden, die ganz Südamerika im Westen durchziehen, spalten sich im Süden Kolumbiens in drei große Gebirgsketten auf - die West-, Zentral- und Ostkordillere. Das macht seine Klimazonen durch die eingeschlossenen Täler vielfältig, im Osten findet sich mit dem Guyanaschild mit 500 Mio. Jahren die älteste, stark erodierte, Gebirgsformation der Erde.


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    Bevölkerung

    Die 48,3 Millionen Einwohner Kolumbiens sind sehr unregelmäßig über die Gesamtfläche verteilt. Entsprechend der extremen geografischen Gliederung durch die Anden und weite Dschungelgebiete konzentrieren sich  rund 95 Prozent der Kolumbianer im Andenhochland und an den Küsten. Wie in allen großen lateinamerikanischen Städten gibt es eine starke Urbanisierung, rund 74 Prozent der Bevölkerung lebt in den Städten. Nur zur Veranschaulichung: Das östliche Tiefland  macht zwar die Hälfte der Landfläche Kolumbiens aus, beherbergt aber nur rund 3 Prozent seiner Bevölkerung.

     

    Wie die natürliche, gibt es auch eine ethnische Vielfalt. Den größten Teil der Bevölkerung bilden Mestizen (58%), die sich hauptsächlich im Hochland und den Städten konzentrieren, gefolgt von Weißen (20%) und Mulatten (14%), sowie schwarzer Bevölkerung, vorwiegend in den Küstenregionen (4%). Die indígenas bilden mit 1% die Minderheit. Bis heute gibt es Volksgruppen, die völlig isoliert von der Zivilisation leben. Es gibt drei große Gruppen im Caucatal, auf der Halbinsel Guajira und im Chocó, daneben zahlreiche kleinere Gruppen in der Sierra Nevada der Anden und vor allem der Amazonasregion. Die wichtigsten Vertreter sind Wayuú, Páez, Embera (größten), Maku, Cuiba (Jäger und Sammler), U'wa, Kogi, Arhuaco, Cuna.

    Ein- und Ausreise

    Für Bürger der Europäischen Union reicht zur Einreise in Kolumbien ein mindestens 6 Monate gültiger Reisepass. Bei der Einreise füllt man ein Formular der Immigrationsbehörde aus (D.A.S.) und bekommt Einreiseerlaubnis für normalerweise 30 bis maximal 90 Tage. Zur Verlängerung um weitere 30 Tage stellt man einen Antrag oder reist ins Nachbarland aus und erneut ein.

    Einkaufsmöglichkeiten

    Kolumbien ist ein wahres Einkaufsparadies für den Touristen. Die Leder- und Baumwollwaren sind wegen ihrer hohen Qualität und den erschwinglichen Preisen sehr begehrt. In Bogotá und Cartagena sind der präkolumbische Smaragd- und Goldschmuck begehrte Mitbringsel. Alle Regionen des Landes tragen zur Bereicherung des Kunsthandwerks bei. Ein reichhaltiges Angebot an "Guajira"-Trachten, typischen Webarbeiten, Ponchos und Strickjacken aus roher Baumwolle, Keramikfiguren, Wandbehängen, Ledertaschen, Malereien von den verschiedenen Regionen liegt vor. Die Geschäfte sind vom Montag bis Samstag von 8.00 bis 19.00 Uhr geöffnet. Einige Geschäfte schließen allerdings am Samstagnachmittag. Banken sind montags bis freitags von 9.00 bis 15.00Uhr offen. Staatliche Behörden bedienen von 8.30 bis 17.30 Uhr. Museen sind montags geschlossen.

    Feiertage

    Fast alle Feiertage des Landes werden am darauf folgenden Montag begangen, um ein langes Wochenende zu ermöglichen, die meisten Feste sind regionaltypisch, mit teilweise jahrhundertelanger Tradition, viele religöse und geschichtliche Feste, die auch in Europa bekannt sind wie z.B. Weihnachten, Neujahr und Ostern. Weiterhin sind typisch kolumbianische Feste z.B. das Festival Folclórico Nacional in Ibagué, die Feria de Cali und der Carnaval de Baranquill. Er ist das bekannteste Fest und zieht jährlich viele Touristen an (UNESCO Weltkulturerbe)

    Flora & Fauna

    Etwa ein Viertel der Gesamtfläche Kolumbiens ist mit tropischen Regenwäldern bedeckt. Große Flächen beherbergen andine Wälder und Hochebenen, die einen reichen Artenschatz bieten. Herzstück der Fauna und Flora sind die 54 ausgewiesenen Naturparks und anderweitig geschützten Gebiete, die eine Fläche von ca. 93.258,59 km2 umfassen. Sie entsprechen fast 9% der Staatsfläche und 1/4 der Größe Deutschlands.

    Die tief im Dschungel liegenden Gebiete im Osten werden hauptsächlich über die Flüsse Meta, Guaviare, Putumayu und Caquetá erreicht oder per Flugzeug angeflogen. Die Tatsache, dass nur wenig Zivilisation in diese Gebiete dringt, hat die Vielfalt von Flora und Fauna in den Naturparks sowie deren Fülle an endemischen Arten in Kolumbien bisher auch für Touristen verschlossen.

    Nur wenige Länder auf der Welt können eine außerordentliche Biodiversität (Megadiversität) für sich beanspruchen und Kolumbien gehört zu ihnen. Hier bieten konstante Temperaturen und ein hoher Wassergehalt beste Lebensbedingungen für Pflanzen, welche wiederum einen optimalen Lebensraum für Tiere bieten. In Kolumbien sind 10% aller Tier- und Pflanzenarten heimisch, dabei hat es mit 0,8% einen relativ kleinen Anteil der weltweiten Landfläche.


    Geld

    Die Währung Kolumbiens ist der kolumbianische Peso (COP). Banknoten werden in 1-, 2-, 5-, 10-, 20- und 50.000 Pesos ausgegeben. Münzen gibt es in 50, 100, 200 und 500 Pesos. 1 Euro entspricht etwa 2553 COP. (Stand: Juni 2011). Die Lebenshaltungskosten sind vergleichsweise gering, z.B. zahlt man für ein einfaches Mittagessen 5.000 bis 10.000 COP, für einen Kaffee 1.500 COP. Übernachtungen liegen zwischen 15.000 und 30.000 COP pro Person. Nach oben sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Vor Ort zahlt man am besten in der Landeswährung.

    Die einfachste Methode an Geld zu kommen sind die normalen Bankautomaten, die für Kreditkarten oder EC Karte Banknoten in gerechtem Wechselkurs ausgeben. Geben Sie jedoch auf manipulierte Geldautomaten Acht, in Kolumbien ist man erfinderisch! Am besten nur die Automaten IN den Banken benutzen. Abzuraten ist von Reiseschecks oder Tausch auf der Straße.

    Handy/Telefon/Internetverbindung

    Die wichtigsten Mobilfunkanbieter in Kolumbien sind Comcel, Tigo und Moviestar. Wer ein tribandfähiges Handy hat, kann vor Ort eine SIM-Karte dieser Anbieter erwerben und sie durch Prepaid-Guthabenkarten aufladen. Wer seine eigene SIM-Karte weiternutzt, sollte sich über Roaming-Gebühren informieren. (auch Mailbox ist kostenpflichtig) Prinzipiell finden sich in den Städten an vielen Ecken private Läden und Büros mit Telefon- und Internetservice zu einem kleinen Preis.

    Klima

    Das Klima variiert stark innerhalb des Landes. Die Nähe zum Äquator bedingt ein Tageszeitenklima sowie zwei Regen- und Trockenzeiten im Jahr. Die jeweiligen Temperaturen und Niederschläge sind hauptsächlich abhängig von der Höhe auf der man sich befindet. Hier findet sich die von Alexander von Humboldt beschriebene typische Zonierung tropischer Hochgebirge. Bei einem langsamen Aufstieg vom Meeresniveau entwickeln sich unter 1.000 m Höhe Temperaturen von 25 Grad und mehr, zwischen 1.000-2.000 m erreichen sie frühlingshafte Temperaturen zwischen 17-24 Grad und in den Hochebenen, zwischen 3.000-5000 m ist es bei höchstens 10 Grad kalt und oft neblig. Darüber findet sich nur Schnee und Eis. Je nach Luftfeuchtigkeit ist das Empfinden eher tropisch oder hochlandgeprägt und trocken. Touristisch gesehen ist das Land somit vielseitig, bietet Karibische Traumwelten, abenteuerliche Bergwelt, Dschungel oder auch Städtereisen in den modernen Metropolen Bogotá, Cali, Cartagena und Medellín.

    Küche

    Die feine Tradition der spanischen Kochkunst und der Einfluss der Eingeborenen-Kocharten bestimmen die einheimische Küche. Sie bietet eine ganze Palette vielfältiger Spezialitäten, die durch die Lebensweise der Kolumbianer geprägt wurde.

     

    In Bogotá: den leckeren und traditionellen Bogotaner "Ajiaco" (Eintopfgericht mit Hühnerfleisch), "Cuchuco con Espinazo (Weizensuppe mit Schweinerücken) und "Mazamorra' (Maissuppe nach Chibcha Art), "Puchero" (Art Eintopf) und "Aji de Aguacate" (Ajipfeffer in Avocadobrei), "Piquete Sabanero" (aus mehreren Fleischsorten bestehendes Gericht). Nachtisch: "Melcochas" und "Alfandoques" (Art Lebkuchen). An der Karibikküste: jede Art von Fischgerichten. Reis mit Kokosnuss, Reis mit Krabben oder mit "Chipichipi" (Meeresmuscheln)."Sancocho" (Eintopf), "Cazuela" (Art Eintopf), "Patacones" (gebratene Bananenscheiben). Im Amazonasgebiet: die "Feijoada" (Bohnengericht), typisches Gericht von Leticia. Der "Aguardiente" (eine Art Anisschnaps) wird im ganzen Land getrunken. Das kolumbianische Bier ist. so gut, dass es sogar exportiert wird. Die Fruchtsäfte (Ananas, Papaya, Curuba, Lulo, Guanabana, Maracuya) sind köstlich.

    Musik

    Die Kolumbianer haben viele traditionelle Tänze, je nach ethnischer Herkunft der Bevölkerung. Typische Musikstile sind Vallenato, Cumbia, Joropo und natürlich die Salsa. Aber es findet sich auch eine unvergleichliche Mischung dieser mit moderner Rock- und Popmusik, die beispielsweise Juanes, Shakira oder Carlos Vives international bekannt machte. Auf Musikfestivals kommen jedes Jahr Tausende, um die verschiedenen Bands zu feiern, z.B. bei Rock-, Salsa-, Jazz-, Colombia al Parque (Bogotá). Hier ist der Eintritt kostenlos. Auf regionale Festen wie z.B. dem Concurso Nacional de Bandas in Boyacá, dem Festival de la Cumbia in Magdalena kommen traditionelle Rhythmen aufs Podium. Wer gern laut Musik hört, kann dies zum Beispiel auch bei einer Fahrt in der Chiva (Musikbus) durch die Stadt tun.

    Nationalparks

    Zehn Prozent des Staatsgebietes in Kolumbien, also rund 11 Mio. Hektar, sind geschützte Gebiete, die in fünf unterschiedlichen Kategorien unterteilt werden. Es gibt

    • 39 Nationalparks
    • 2 Naturschutzgebiete
    • 1 Naturdenkmal
    • 11 "Santuario de Flora y Fauna, einzustufen als Mischung aus Naturdenkmal und Naturschutzgebiet
    • 1 Naturpark mit touristischer Straße

    Prinzipiell ist in diesen Gebieten ein nachhaltiger Ökotourismus vorgesehen, um den einzigartigen natürlichen Ressourcenschatz zu bewahren. Dabei hat Kolumbien im Zuge der neuen Verfassung 1991 (auch „Grüne Verfassung" genannt) moderne Gesetze auf den Weg gebracht, die den Schutz und Erhalt der Gebiete garantieren. Auch wurden die ethnischen Minderheiten erstmals an der Ausarbeitung beteiligt. Bisher werden in nur 15 Parks touristische Führungen angeboten (Stand: 2008). Diese sind: Estoraques, Sierra Nevada de Santa Marta, Iguaque, Puracé, Flamencos, Cocuy, Corales del Rosario, Utría, Malpelo, Tuparro, Gorgona, Tayrona, Amacayacu, Otún Quimbaya, Los Nevados.

    Politik

    Kolumbien ist eine demokratische Republik, deren Macht in drei verschiedene Organe aufgeteilt ist: das gesetzgebende Organ, das vom Parlament vertreten wird und das aus dem Senat und dem Abgeordnetenhaus besteht. Diese Körperschaften werden vom Volk gewählt. Das ausführende Organ wird vom Präsidenten der Republik und seinen Ministern gebildet. Der Präsident wird von der wahlberechtigten Bevölkerung für eine Amtsperiode von vier Jahren gewählt. Das Justizorgan wird vom Obersten Gerichtshof, den Landgerichten und den Amtsgerichten vertreten.

    Prä-Historische Kulturen

    In Kolumbien hat es keine Inkas oder Maya gegeben. Vielmehr gab es viele kleine Gruppen die die Kultur vor allem im Kunsthandwerk prägten, wie die Paläoindios, Sinú, Quimbaya, Calima, Tolima (Goldschmiedekunst). Es gibt äußerst beeindruckende und bisher vom Massentourismus verschont gebliebene archäologische Stätten im Parque Arqueológico de San Augustín und Sogamosa sowie die Ciudad Perdida im Nationalpark Tairona zu besichtigen. Prähistorischer Schmuck, frühzeitliche Gusstechniken kann man im Goldmuseum Bogotá mit über 300.000 Exponaten bestaunen.

    Regenzeit

    Kolumbien besitzt, wie alle am Äquator liegenden Länder, keine Jahreszeiten. Jedoch ist das Klima stark abhängig von der Höhenlage und es findet sich auch zunehmend stärkere Tagesklimaschwankungen, je höher man steigt. So ist es in Bogotá vormittags häufig sonnig, nachmittags können kurze, starke Regen fallen. Zudem ist die Westseite der Anden generell durch die Nähe des Ozeans regenreicher als an den Osthängen. Trotzdem regnet es zwischen Dezember und März in den Anden weniger als sonst, was die Kolumbianer bereits als ihren Sommer (verano) bezeichnen. Prinzipiell aber muss ein Reisender in Kolumbien auf alle Jahreszeiten in kurzer Zeit eingestellt sein.

    Regionen

    In der Karibikregion findet sich für jeden ein warmes Paradies, der Sonne, Strand, Meer und Musik sucht und der an kolumbianischer und lateinamerikanischer Geschichte interessiert ist.

    Die Östliche Andenregion bietet mit Bogotá Moderne un dKultur auf europäischem Niveau. In unmittelbarer Umgebung gelangt man in Dörfer mit kolonialtypischem Charme.

    Die Westliche Andenregion ist in ihrem Südzipfel zerklüftet und durchzogen von tiefen Tälern. zu den Statuen von San Augustín und den Grabhölen von Tierradentro auf präkolumbianischen Pfaden wandern. Cali ist unter anderem bekannt für die besten Salsatänzer der Welt. Im Bezirk Antioquia trifft man auf traditionell gekleidete, stolze Kolumbianer. Sie kochen das (angebliche) Nationalgericht Kolumbiens, die "bandeja paisa", und prägen die Wirtschaft (v.a. in der Kaffeezone) und Kultur des Landes entscheidend mit.

    Die Pazifikregion mit Buenaventura und den Inseln ist die artenreichste und wasserreichste Region des Landes, ein Landstreifen der Superlative, der abgelegen und dünn besiedelt ist.

    Die Region Los Llanos im Nordosten ist Heimat der freiheitsliebenden "vaqueros", der Cowboys, deren riesige Haciendas die weiten Flächen bedecken. An den Flussufern erstrecken sich ausgedehnte Galeriewälder, die Schutz für artenreiche Tiere und Pflanzen bieten.

    Mit der Amazonasregion hat Kolumbien die größte zusammenhängende Fläche tropischen Regenwaldes, die unter Naturschutz gestellt wurde. Die Besiedlung ist extrem dünn, neben wenigen Bauern leben hier noch eine Vielzahl unterschiedlicher Indianerstämme. Der Amazonas als "Lunge des Kontinents" ist bis heute schwer zugänglich. Gerade deshalb gilt Kolumbien als eines der letzten Länder mit purer Natur und unberührtem Primärregenwald.

    Sicherheit

    Die Politik der "Seguridad Democrática" (Demokratische Sicherheit), die einen Teil des Nationalen Entwicklungsplans darstellt, hat in den letzten Jahren ein stärkeres Vertrauen der Bevölkerung und Investoren entfacht. Hauptsächlicher Grund dafür waren die Modernisierung und enorme Aufstockung der Sicherheitskräfte mit internationaler technischer und finanzieller Hilfe. Primäres Ziel ist die territoriale Präsenz der staatlichen Kräfte im kompletten Staatsgebiet. Laut internationalen Beobachtern hat sich daher das Bild Kolumbiens gewandelt: Kolumbien würde nicht mehr nur als Land mit Konflikten wahrgenommen, sondern auch als Land, das diese versucht zu überwinden und aufzuarbeiten.

    Für Touristen ist das Land bereisbar. Wer nach Kolumbien reisen will und sich vorher einen Überblick über die Sicherheitslage im Land machen möchte, kann auf den Seiten des Auswärtigen Amtes aktuelle Informationen finden, die auf Informationen der Auslandsvertretungen vor Ort basieren.

    Sport

    Die Kolumbianer sind sportbegeistert und vor allem große Fussballfans. Mittwochs und sonntags finden die Fussballspiele (Bundesliga) in Bogotá statt. Anders als in den Nachbarländern ist der Fahrradsport in Kolumbien sehr populär. Sonntags werden in der Innenstadt Bogotás weite Strecken der Hauptstraßen gesperrt für den Fahrradverkehr. Zudem versprechen die jährlich stattfindenden Schönheitswahlen wie z.B. der "Reinado de Belleza" in Cartagena, hohe Einschaltquoten. Im Motorsport ist Kolumbien international erfolgreich. Es gibt auch Stierkämpfe in den mittleren und größeren Städten, der jedoch keinen so hohen Stellenwert wie in Spanien hat.


    Strom

    110 Volt Stromspannung. Flachstecker nach US-amerikanischem System sollte Teil des Reisegepäcks sein. Einzelne Hotels bieten 220 Volt an. Bitte vorher anfragen.

    Wirtschaft

    Obwohl Kolumbien zu den Entwicklungsländern zählt, zeichnet es sich durch Fortschritt und Industrialisierung aus und hat eine der ältesten Demokratien des Kontinents. Die Weltbank hat Kolumbien, gemessen an ihrem Pro-Kopf-Einkommen, als Wirtschaft mit mittlerem Einkommen eingeordnet. Das Land hat in den letzten Jahren vergleichsweise moderne Programme auf den Weg gebracht, die die Wirtschaft gestärkt haben.

    Die kolumbianische Wirtschaft basiert traditionell auf der Kaffeeproduktion. Kolumbien ist der zweitwichtigste Kaffeeproduzent der Welt. Doch der Anteil von Kaffee am Gesamtexporterlös beträgt nach dem Sinken der Kaffeepreise auf dem Weltmarkt nur noch zehn Prozent, soll aber nun durch Zertifizierungsprojekte und Qualitätsbescheinigungen weiter marken- und wettbewerbsfähig gemacht werden. Die Tourismusbranche hat die Kaffeeregion als Marketinginstrument entdeckt und vermarktet sie erfolgreich als Kulturgut und Tourismusziel.

    Der weltweiten Wirtschaftskrise seit 2008, die vor allem den Export in die USA stark gebremst hat, begegnet Kolumbien mit Investitionen in die Infrastruktur. So konnten einige Sektoren, die traditionell einen eher geringen Beitrag zum BIP haben, wie z.B. das Baugewerbe, einen vergleichsweise hohen Zuwachs (24,9 Prozent) verzeichnen. Andere wichtige Agrargüter sind: Bananen, Baumwolle, Blumen und Zucker. Die Textilindustrie ist eine weiterer wichtiger Industriezweig des Landes. Ihm folgen die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, die Tabakproduktion und in jüngster Zeit die chemische Industrie. Neben dem traditionell starken Agrarsektor und einem wachsenden Industriesektor nimmt im Dienstleistungssektor die Reise und Tourismusindustrie den größten Stellenwert ein.

    Kolumbien besitzt die größten Kohlevorkommen Lateinamerikas, außerdem beträchtliche Reserven an Erdöl, die es ihm erlauben in wenigen Jahren die Selbstversorgung zu erreichen und sogar Überschüsse für den Export zu erzielen. Kolumbien ist auch als der international wichtigste Smaragdproduzent bekannt. Doch erst mit der Konzentration der Politik auf die Sicherheit des Landes und mit dem Fortschritt der Demobilisierung militanter Gruppen stieg das Vertrauen der inländischen und ausländischen Investoren an.