Sommer Fern
abschluss

Landesinformation Guyana

Die Republik Guyana, Mitglied des britischen Commonwealth (seit 1980) liegt im Norden Südamerikas, zwischen 2° und 8° nördlicher Breite und zwischen 57° und 61° westlicher Länge. Das Land hat gemeinsame Grenzen mit Venezuela (im Nordwesten), Brasilien (im Westen und Südwesten) und Suriname (im Osten). Im Norden grenzt es an den Atlantischen Ozean. An der Grenze zu Venezuela und Brasilien erhebt sich das Guayana-Gebirge, nach dem der Staat benannt wurde. Der Nationalpark Potaro besticht durch seine Wasserfälle, u.a. die 226 m hohen Kaieteur-Fälle. Aufgrund der Kolonisierung durch nicht-iberische Länder unterscheidet sich Guyana kulturell stark vom restlichen Südamerika.


Bevölkerung:
751.223 Einwohner = 3,5 Einw. pro km². Die Wachstumsrate ist mit 0,20 % (2000-2005) für ein Entwicklungsland relativ niedrig, die Auswanderungsrate mit etwa 12.000 Menschen jährlich sehr hoch. Mehr als 71 % der Bevölkerung leben in ländlichen Regionen, gut 28 % in Städten.
Mit 43,4 % stellen Nachkommen eingewanderter Inder die größte Bevölkerungsgruppe, gefolgt von einer Gruppe mit westafrikanischem Hintergrund (Nachfahren importierter Sklaven / 30,2 %). An dritter Stelle (16,7 %) liegt die Gruppe der „mixed heritage persons", aus Mischehen hervorgegangene Bürger des Landes, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung rasch zunimmt. Ihnen folgen mit 9,2 % die in neun Stämmen organisierten Amerindians (American Indians), also der indigene Bevölkerungsteil. Zu den kleinen Minderheiten zählen Chinesen (0,2 %), Portugiesen (0,2 %) und Weiße (0,06 %).


Einreisebestimmungen:
Für die Einreise und einer Aufenthaltsdauer von bis zu 90 Tagen benötigen Reisende mit deutscher Staatsangehörigkeit kein Visum. Österreichische Staatsbürger benötigen ein Visum. Der Reisepass muss noch mindestens 6 Monate über das Rückreisedatum hinaus gültig sein. Der Personalausweis reicht nicht aus. Flugreisende sollten im Besitz eines Weiter -oder Rückflugtickets sein.

Fläche:
Mit 214.969 km² ist Guyana nach Suriname und Uruguay drittkleinstes Land Südamerikas. Venezuela erhebt Ansprüche auf das gesamte Gebiet westlich des Essequibo-Rivers (etwa 60 % des guyanischen Territoriums!) und auch Suriname reklamiert einen südöstlichen Landesteil für sich. Der Spruch des Ständigen Schiedshofs in Den Haag vom September 2007 konnte einige Streitfragen mit Suriname beilegen. Danach gehört der Grenzfluss Corentyne/Corantijn zum surinamischen Staatsgebiet und damit auch die Kontrolle über den gesamten Schiffsverkehr auf dem Fluß. Außerdem regelt der Schiedsspruch den Konflikt um das rohstoffreiche Meeresgebiet vor der Küste dahingehend, dass Guyana etwa 2/3 und Suriname 1/3 des umstrittenen Sektors zugesprochen werden.

Hauptstadt:
Georgetown  ist die Hauptstadt von Guyana und gleichzeitig die größte Stadt des Landes (ca. 137.520 Einwohner).

Impfungen:
Es sind keine Impfungen vorgeschrieben (Gelbfieberimpfung nur erforderlich, sofern man aus einem Gelbfieber-Endemiegebiet einreist, wie z. Bsp. Frz. Guyana, Belize. Costa Rica, Guatemala, Honduras und Nicaragua). Empfohlen werden die Standardimpfungen (Polio, Tetanus, Diphterie), Hepatitis A/(B), Tollwut, Typhus und ggfs. eine Malaria-Prophylaxe. Wir empfehlen einige Wochen vor Abreise aktuelle Informationen bei den Tropeninstituten einzuholen.

Kleidung:
Im Allgemeinen kommt man während des ganzen Jahres mit atmungsaktiver Sommerkleidung aus. Es ist empfehlenswert, auch leichte Wollsachen mitzunehmen, da es in den Abendstunden etwas abkühlt.

Klima:
Bis auf die südwestlichen Savannengebiete, die trockenere Wintermonate und geringere Niederschlagsmengen aufweisen, herrscht in Guyana ein tropisches Regenklima bei gleichbleibend hohen Temperaturen vor. Die Hauptregenzeit dauert von Mai bis August, eine zweite, kürzere von Dezember bis Januar. Natürlich können sich die Regenphasen auch verschieben oder weniger ausgeprägt sein als in zurückliegenden Jahren. Die Niederschlagsmengen eines Jahres liegen an der Küste zwischen 2.000 und 3.000 mm, im südwestlichen Landesinnern bei 1.500 mm. Zwischen 26 und 28 Grad bewegt sich die Durchschnittstemperatur und nicht unter 20 Grad sinken die Temperaturminima. Die Höchsttemperaturen erreichen 31 bis 34 Grad, also keine Extremwerte, doch die hohe Luftfeuchtigkeit macht manchen Reisenden schon zu schaffen.

Landschaftsformen:
Vier Naturräume bestimmen das Landschaftsbild Guyanas. Da ist zunächst das Küstentiefland am Atlantik. Es liegt zu großen Teilen bis zu 2 m unter dem Meeresspiegel. Wo keine Deiche und Entwässerungskanäle errichtet wurden (und daran versucht man sich seit dem frühen 18. Jahrhundert), kommt es saisonbedingt besonders im äußersten Norden zu Überflutungen. Die schmale Küstenzone macht nur 6 % der Gesamtfläche aus, beherbergt aber 90 % der Bevölkerung des Landes. Hier gibt es die besten Voraussetzungen für intensive Landwirtschaft und die Ansiedlung von Industrien. Die Fruchtbarkeit des nur fünf, sechs Kilometer breiten Streifens rührt von dem gehaltvollen Schlamm her, den der Amazonas weit südlich ins Meer spült, wo ihn nördlich fließende Strömungen aufnehmen und an Guyanas Küste ablagern. Südlich der Tieflandzone schließt ein mit Sandebenen und Granitfelsen durchsetztes Hügelland an, das dicht mit Harthölzern bewachsen ist. Dieser dünn besiedelte Landesteil mit einer Ausdehnung von etwa 250 km ist die Schatzkammer des Landes, lagern hier doch beträchtliche Reserven an Bauxit, Gold und Diamanten. Hochland (150 - 1.500 m) bedeckt etwa zwei Drittel der Fläche Guyanas. Es ist die Heimat dichter Regenwälder mit einer noch wenig erforschten Tier- und Pflanzenwelt. Weit im Südwesten lichtet sich der tropische Regenwald und Savanne tritt an seine Stelle. Das magere Grasland umfasst etwa 15.000 km² (7 % der Landesfläche). Einige große Rinderfarmen bewirtschaften das Terrain.

Landessprache:
In Guyana ist die offizielle Sprache Englisch. Weit verbreitet unter Indo-Guyanern sind Hindi und Urdu, in einigen abgelegenen Gebieten dominieren indianische Stammessprachen. Entlang der brasilianischen Grenze spricht man auch Portugiesisch.

Ortszeit:
Mitteleuropäische Zeit (MEZ)  - 4 Stunden. Während der europäischen Sommerzeit beträgt der Zeitunterschied - 5 Stunden.

Öffnungszeiten:
Banken: Mo bis Do 8-12:30 Uhr, Fr 8-12:30 und 15-17 Uhr
Geschäfte: In der Regel Mo bis Fr 7:30/8:30-16 Uhr, Sa 7:30/8:30-12 Uhr.

Stromversorgung:
110 oder 220 Volt Wechselstrom, 50 und 60 Hertz (wenn vorhanden).

Telefonverbindungen:
Die Vorwahl von Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Guyana ist 00592, von Guyana nach Deutschland wählt man 00149, nach Österreich 00143 und in die Schweiz 00141. Gelbe Telefonzellen sind für lokale Gespräche, blaue Telefonzellen erlauben internationale Gespräche.
NOTRUFNUMMERN: Polizei 911, Unfallrettung 913, Feuerwehr 912.

Währung:
Der Guyana-Dollar (=100 Cent) wird mit GYD abgekürzt. Der kleinste Geldschein hat einen Nennwert von 20 GYD, der größte einen von 1.000 GYD.  Die Währung kann außerhalb Guyanas nicht zurückgetauscht werden! Euro und Dollar werden in den meisten Banken und auch in manchen Hotels getauscht. Akzeptiert werden von den Banken auch Traveller Cheques. Zahlungen mit einer der gängigen Kreditkarten (American Express, Visa, Mastercard) sind in größeren Orten in vielen Fällen möglich. Geldautomaten sind (noch) nicht vorhanden.

Wirtschaft:
Guyana zählt zu den ärmsten Staaten des amerikanischen Kontinents. Das Land ist zwar mit natürlichen Ressourcen wie Holz, Bauxit, Gold, Diamanten und Agrarprodukten (Reis, Zuckerrohr) sowie Fischereierzeugnissen reich ausgestattet, doch stehen einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung etliche Hindernisse im Weg: ein kleiner Binnenmarkt, der unzureichend ausgebaute Industriesektor, eine mangelhafte Infrastruktur, fehlende Professionalität und nicht zuletzt die Abhängigkeit von den Schwankungen der Weltmarktpreise für Rohstoffe. Noch leben 35 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Zur Entlastung der angespannten Wirtschaftslage wurden Guyana die Schulden bei IWF/Weltbank und den G 8 - Staaten erlassen. Einst weltgrößter Bauxitproduzent, musste das Land diesen Rang an das billiger produzierende China abtreten, ein weiterer Schlag war die Erschöpfung der größten Goldmine. Rückgrat der Wirtschaft bleibt die Landwirtschaft, die einschl. Fischerei und Forstwirtschaft etwa 33 % zum BIP beiträgt. Hauptexportgüter sind Zucker, Meeresfische und Krustentiere, Reis, Holz, Bauxit, Rum, Gold (abnehmender Anteil).